Oh oh, heute die Entscheidung. Deutschland. Müssen wir schon nach Hause fahren? Laut meiner Bibel promiflash.de sind die Rückflüge der Deutschen Mannschaft schon gebucht. Ich hoffe, das war eine unverschämte Lüge und mache mich mal auf den Weg in unsere Stammkneipe Red Rooster, um die Boys mental zu unterstützen.
Ein Glückstrikot hab ich leider nicht. Daniel Schuhmacher schon. Neid. Vorm Rooster treff ich die Görlz Kristeenager, Doreen, Stehfanje, Lynn und Netja. Alle nüchtern. Das gibts selten. Unser Liebingsbarkeeper Jonas gibt sich heute leider nich die Ehre und so müssen wir unsere Drinks selbst bezahlen.
Die Leinwand ist nicht besonders groß, also setzen wir uns nach ganz vorn. Ziemlich dumm von uns. Die Leute rücken nämlich so eng auf, dass man klettern muss, wenn man mal auf Toilette will. Wir tragen alle Miniröcke, also wird sich bis zur Halbzeit niemand aufs Klo traun. Ich sehs schon kommen.
Die Mannschaft läuft ein. Wie aufregend. Die Ghanaer, Ghanesen … (wie sagt man?) sehn auf jeden Fall sehr hungrig aus. Die warten nur drauf, unsere Jungs zu vernichten. Jogi und Flicki tragen heute natürlich wieder das gleiche. Obwohl Jogi es ein bisschen verkackt mit seinem Schal. Da war wohl nur noch einer über und Flicki muss alleine frieren.
Anpfiff. Ui. Ohhhh. Ha. Und schon gehts zur Sache. Die Ghanaer legen ganz schön einen vor. Die haben bestimmt doppelt so dicke Nacken wie die Deutschen. Das ist ja der Hammer im direkten Vergleich. Es passiert eine ganze Zeit nichts. Wir sind alle beunruhigt. Junge Männer in der letzten Reihe fangen vor Aufregung an zu kokeln. Es stinkt.
Uhhh Khedira … ein schönes Pferd, dieser Khedira. Wie der den Ball mit den Füßen aus der Luft pflückt. Die nassen Haare klatschen ihm ins Gesicht, perfekt für eine Shampoowerbung. Halbzeit. Kein Tor. Tränen stehen vielen in den Augen. Ich bin glücklich. Denn … ich kann aufs Klo gehn.
Mit Bier und Wurst gehe ich in die zweite Halbzeit. Wenn jetzt nix passiert, raste ich aus. Ich hab ja gleich noch meine Radiosendung. Wie soll ich das denn machen, wenn wir verlieren? Ich hab doch gar keine ghanesische Musike dabei. Und wieder gehts los: Die deutschen Boys werden ungeduldig und kloppen den Ball jetzt ganz schön übers Feld. Und dann … jaaaaaaaaa, Özil, Özil, die zarte Hühnerbrust schießt das Erleichterungstor.
Menschen liegen sich in den Armen. Wir könnens nicht fassen. Kristeenager neben mir rastet komplett aus. Es hört sich ungefähr so an: „Hm öh uh hm“. Sie ist sehr leidenschaftlich. Ab jetzt raff ich nix mehr vom Spiel. Meine Augen tun so weh von dem vielen grün und von den schnellen Bewegungnen, so dass ich mich lieber auf mein Bier konzentriere und mich einfach nur freue. Und tatsächlich: Deutschland ist weiter.
Jetzt muss erstmal ein Mexikaner rein. In uns. Özil erzählt auf ZDF von seinem Tor. Er wusste, dass er eins machen würde. Und überhaupt ist er sehr weise: „Wir müssen nur noch jedes Spiel gewinnen, dann haben wirs geschafft.“
Ja, wenn das mal nicht eine Vorhersage ist. Ich vertraue ihm und trink noch einen Schnaps auf Özil. Achso, trägt Günter Netzer eigentlich immer Labello mit Perlmutteffekt? Tausend Küsse, eure Crackhuren.
Quelle: laut.de